Sturzflut-Risikomanagement Gemeinde Eching: Unterschied zwischen den Versionen
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===Ziel der Starkregengefahrenkarte=== | ===Ziel der Starkregengefahrenkarte=== | ||
| − | Starkregengefahrenkarten liefern einen ersten, informativen Überblick über die Situation bei größeren Niederschlagsereignissen. Ziel dieser Informationen ist es Bürgerinnen und Bürger, betroffene Personen, Gewerbetreibende und diverse Institute für die Gefahren zu sensibilisieren. | + | Starkregengefahrenkarten liefern einen ersten, informativen Überblick über die Situation bei größeren Niederschlagsereignissen. Ziel dieser Informationen ist es, Bürgerinnen und Bürger, betroffene Personen, Gewerbetreibende und diverse Institute für die Gefahren zu sensibilisieren. |
* Informativer Überblick über mögliche Gefahrenbereiche bei Starkregen | * Informativer Überblick über mögliche Gefahrenbereiche bei Starkregen | ||
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* Informationsquelle für den Katastrophenschutz | * Informationsquelle für den Katastrophenschutz | ||
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Die Starkregengefahrenkarte basiert auf einem hydrodynamischen Berechnungsmodell. Dabei kann die Realität nur bis zu einem gewissen Detailgrad nachgebildet werden. Hier gibt es verschiedene Ungenauigkeitsfaktoren, welche die Berechnungsergebnisse in manchen Fällen beeinflussen können. | Die Starkregengefahrenkarte basiert auf einem hydrodynamischen Berechnungsmodell. Dabei kann die Realität nur bis zu einem gewissen Detailgrad nachgebildet werden. Hier gibt es verschiedene Ungenauigkeitsfaktoren, welche die Berechnungsergebnisse in manchen Fällen beeinflussen können. | ||
| − | * Geländemodelle sind immer eine Momentaufnahme, das heißt | + | * Geländemodelle sind immer eine Momentaufnahme, das heißt aktuelle Bauvorhaben sind bisher noch nicht aufgenommen |
* Detaillierte Vermessung wurde für den Gewässerverlauf durchgeführt | * Detaillierte Vermessung wurde für den Gewässerverlauf durchgeführt | ||
| − | * Verwendung von Modellregen: In der Realität ist die Intensität des Regens häufig stark wechselnd für verschiedene Bereiche. So kann es | + | * Verwendung von Modellregen: In der Realität ist die Intensität des Regens häufig stark wechselnd für verschiedene Bereiche. So kann es beispielsweise lokal in Haunwang extremen Niederschlag geben, wobei gleichzeitig in der Weixerau kaum Niederschlag zu beobachten ist. |
==Was sind die Gefahren durch Sturzfluten und Starkniederschläge? == | ==Was sind die Gefahren durch Sturzfluten und Starkniederschläge? == | ||
| − | Die Wasserstände sind ein wichtiger Faktor für die Gefahrenermittlung. Dennoch sind die potenziellen Gefahren durch die ansteigenden Wasserstände | + | Die Wasserstände sind ein wichtiger Faktor für die Gefahrenermittlung. Dennoch sind die potenziellen Gefahren durch die ansteigenden Wasserstände immer auch abhängig von den Fließgeschwindigkeiten. Das bedeutet, dass zwischen dynamischen und statischen Druckkräften unterschieden werden muss. So ist es möglich, dass aus einem erhöhten Wasserstand zwei Szenarien resultieren können: Dichtungen können statischen Druckkräften noch standhalten. Bei hohen Fließgeschwindigkeiten können dynamische Druckkräfte jedoch bereits Schäden verursachen. Im Folgenden werden potenzielle Gefahren von hohen Wasserständen anhand von Beispielen aufgezeigt: |
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| − | Für die Gefährdung durch Feststoff-Transport sind zwei relevante Parameter auszumachen. Zum einen ist der Feststoff-Transport abhängig von der Fließgeschwindigkeit. Dabei kommt es bei erhöhten Fließgeschwindigkeiten von über 0,5 m/s bereits zu ersten Geschiebeaktivierungen. Ab einer Fließgeschwindigkeit von 2,0 m/s können größere Objekte mitbewegt werden. Zum anderen werden | + | Für die Gefährdung durch Feststoff-Transport sind zwei relevante Parameter auszumachen. Zum einen ist der Feststoff-Transport abhängig von der Fließgeschwindigkeit. Dabei kommt es bei erhöhten Fließgeschwindigkeiten von über 0,5 m/s bereits zu ersten Geschiebeaktivierungen. Ab einer Fließgeschwindigkeit von 2,0 m/s können größere Objekte mitbewegt werden. Zum anderen werden bewegliche Stoffe/Körper benötigt, welche durch das dynamische Fließverhalten von Wasser aktiviert werden können. Das Gefahrenpotenzial ist wiederum von der Menge und dem Gewicht der Stoffe abhängig. Im Falle eines Hochwassers sind vor allem Gehölze und Geschiebe aus anliegenden Wäldern und Uferbereichen zu nennen. Auch gilt dies für oberflächlich abfließendes Wasser aus Wald- und Parkbereichen. Im innerstädtischen Bereich sind solche Gefährdungen auf den ersten Blick weniger problematisch als an den Rändern urbaner Gebiete. Hier kann es aus angrenzenden Wäldern sowie durch Lagerungsplätze von Industrie und Gewerbeflächen zur Aktivierung von Feststoffen kommen. |
Hier ein Beispiel für die Auswirkungen von hohem Feststoff-Transport infolge einer Sturzflut: | Hier ein Beispiel für die Auswirkungen von hohem Feststoff-Transport infolge einer Sturzflut: | ||
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| − | ==Was kann ich | + | ==Was kann ich tun, um das Risiko für Sachschäden an meinem Haus zu verhindern?== |
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[https://www.bbk.bund.de/DE/Themen/Risikomanagement/Baulicher-Bevoelkerungsschutz/Schutz-vor-Naturgefahren/Starkregen/starkregen.html Bundesamt für Bevölkerungsschutz - Starkregen] | [https://www.bbk.bund.de/DE/Themen/Risikomanagement/Baulicher-Bevoelkerungsschutz/Schutz-vor-Naturgefahren/Starkregen/starkregen.html Bundesamt für Bevölkerungsschutz - Starkregen] | ||
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Aktuelle Version vom 27. August 2026, 07:31 Uhr
Inhaltsverzeichnis
- 1 Projekt
- 1.1 Starkregengefahrenkarte
- 1.2 Was sind die Gefahren durch Sturzfluten und Starkniederschläge?
- 1.3 Hochwasser, Hangwasser oder doch eine Sturzflut? Was ist was?
- 1.4 Was kann ich tun, um das Risiko für Sachschäden an meinem Haus zu verhindern?
- 1.5 Bürgerversammlung 28.09.2023
- 1.6 Bürgerversammlung 11.07.2024
Projekt
Am 21. Oktober 2024 wurde das Sturzflut-Risikomanagement-Konzept für die Gemeinde Eching offiziell abgeschlossen. Dieses wegweisende Projekt wurde von der renommierten Firma tandler.com GmbH durchgeführt und markiert einen bedeutenden Schritt in der Risikovorsorge für die Gemeinde.
Die Notwendigkeit eines solchen Konzepts ergibt sich aus der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Starkregenereignissen, die in vielen Regionen Deutschlands verheerende Sturzfluten verursachen können. Auch Eching ist von diesen Gefahren nicht ausgenommen. Ziel des Projekts war es, potenzielle Gefahrenquellen zu identifizieren und Maßnahmen zu entwickeln, um die Bevölkerung und Infrastruktur der Gemeinde bestmöglich zu schützen.
Im Rahmen der Konzeptentwicklung wurden umfangreiche Analysen durchgeführt, darunter hydrologische und hydrodynamsiche Untersuchungen. Dabei wurden insbesondere die Risikobereiche in der Gemeinde kartiert und Szenarien für mögliche Starkregenereignisse simuliert. Auf Basis dieser Daten erarbeitete die tandler.com GmbH ein Maßnahmenpaket, das sowohl präventive als auch akute Schutzmaßnahmen umfasst.
Starkregengefahrenkarte
Ein integraler Bestandteil des Konzeptes für das kommunale Starkregen-Risikomanagement ist die Herausgabe einer Starkregengefahrenkarte für die Gemeinde. Für eine schnelle und übersichtliche Einsicht wurden die Ergebnisse online veröffentlicht, um auch den Bürgerinnen und Bürgern einen Zugriff zu ermöglichen.
HINWEIS: Sie erreichen die Starkregengefahrenkarte unter folgenden Link: https://sturzflut-eching.tandler.com
Die Karte zeigt den maximalen Wasserstand (über den kompletten Zeitraum) auf der Fläche an, dabei wird erst ein Wasserstand ab 5 cm dargestellt. Natürlich fließt unterhalb 5 cm dennoch Wasser, aber es wird davon ausgegangen, dass hier kleinere Wasserstände kein Schadenspotenzial aufweisen.
Dynamischer Blick auf die Wasserstände
Die Starkregengefahrenkarte zeigt nur die maximalen Wasserstände an, wobei der Abfluss natürlich zeitlich dynamisch ist! Dies zeigt das folgende Video, wobei hier klar die dynamische Abflusssituation für das außergewöhnliche Ereignis (N100) dargestellt wurde:
Der Wasserstand ändert sich hier über den zeitlichen Verlauf der Berechnung und zeigt deutlich, wie einzelne Bereiche voll- und wieder ablaufen!
Ziel der Starkregengefahrenkarte
Starkregengefahrenkarten liefern einen ersten, informativen Überblick über die Situation bei größeren Niederschlagsereignissen. Ziel dieser Informationen ist es, Bürgerinnen und Bürger, betroffene Personen, Gewerbetreibende und diverse Institute für die Gefahren zu sensibilisieren.
- Informativer Überblick über mögliche Gefahrenbereiche bei Starkregen
- Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für die Gefahren von Starkregenereignissen
- Informationsquelle für den Katastrophenschutz
Grenzen der Starkregengefahrenkarte
Die Starkregengefahrenkarte basiert auf einem hydrodynamischen Berechnungsmodell. Dabei kann die Realität nur bis zu einem gewissen Detailgrad nachgebildet werden. Hier gibt es verschiedene Ungenauigkeitsfaktoren, welche die Berechnungsergebnisse in manchen Fällen beeinflussen können.
- Geländemodelle sind immer eine Momentaufnahme, das heißt aktuelle Bauvorhaben sind bisher noch nicht aufgenommen
- Detaillierte Vermessung wurde für den Gewässerverlauf durchgeführt
- Verwendung von Modellregen: In der Realität ist die Intensität des Regens häufig stark wechselnd für verschiedene Bereiche. So kann es beispielsweise lokal in Haunwang extremen Niederschlag geben, wobei gleichzeitig in der Weixerau kaum Niederschlag zu beobachten ist.
Was sind die Gefahren durch Sturzfluten und Starkniederschläge?
Die Wasserstände sind ein wichtiger Faktor für die Gefahrenermittlung. Dennoch sind die potenziellen Gefahren durch die ansteigenden Wasserstände immer auch abhängig von den Fließgeschwindigkeiten. Das bedeutet, dass zwischen dynamischen und statischen Druckkräften unterschieden werden muss. So ist es möglich, dass aus einem erhöhten Wasserstand zwei Szenarien resultieren können: Dichtungen können statischen Druckkräften noch standhalten. Bei hohen Fließgeschwindigkeiten können dynamische Druckkräfte jedoch bereits Schäden verursachen. Im Folgenden werden potenzielle Gefahren von hohen Wasserständen anhand von Beispielen aufgezeigt:
Für die Gefährdung durch Feststoff-Transport sind zwei relevante Parameter auszumachen. Zum einen ist der Feststoff-Transport abhängig von der Fließgeschwindigkeit. Dabei kommt es bei erhöhten Fließgeschwindigkeiten von über 0,5 m/s bereits zu ersten Geschiebeaktivierungen. Ab einer Fließgeschwindigkeit von 2,0 m/s können größere Objekte mitbewegt werden. Zum anderen werden bewegliche Stoffe/Körper benötigt, welche durch das dynamische Fließverhalten von Wasser aktiviert werden können. Das Gefahrenpotenzial ist wiederum von der Menge und dem Gewicht der Stoffe abhängig. Im Falle eines Hochwassers sind vor allem Gehölze und Geschiebe aus anliegenden Wäldern und Uferbereichen zu nennen. Auch gilt dies für oberflächlich abfließendes Wasser aus Wald- und Parkbereichen. Im innerstädtischen Bereich sind solche Gefährdungen auf den ersten Blick weniger problematisch als an den Rändern urbaner Gebiete. Hier kann es aus angrenzenden Wäldern sowie durch Lagerungsplätze von Industrie und Gewerbeflächen zur Aktivierung von Feststoffen kommen. Hier ein Beispiel für die Auswirkungen von hohem Feststoff-Transport infolge einer Sturzflut:
Hochwasser, Hangwasser oder doch eine Sturzflut? Was ist was?
Die Gefahr von Hochwasser oder anderer Überschwemmungsgefahren, wie Hangwasser oder Sturzflut, hängt stark von der Betrachtungsweise und den betroffenen Einzugsgebieten ab! In kleineren Einzugsgebieten (< 25 km²), wie es in der Gemeinde Eching in Niederbayern der Fall ist, liegt sehr häufig eine Kombination aus Gewässerhochwasser und Hangwasser vor. Diese unterschiedlichen Formen der Überschwemmungsflächen lassen sich in diesem Fall nicht mehr sauber voneinander trennen. Sind dabei noch extreme Fließgeschwindigkeiten vorhanden, spricht man häufig von sogenannten Sturzfluten.
| Hangwasser | Hochwasser |
|---|---|
Was kann ich tun, um das Risiko für Sachschäden an meinem Haus zu verhindern?
Hierzu hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz bereits eine gute Auflistung online bereitgestellt: Bundesamt für Bevölkerungsschutz - Starkregen
Im Folgenden werden Maßnahmen vorgestellt, die aus baulicher Sicht im Zusammenhang mit Starkregenereignissen und Hangwasser zu beachten sind:
Hierzu nochmals die wichtigsten Punkte aufgelistet:
- Planen Sie beim Hausbau ein, dass alle Eingangsbereiche mindestens 15 bis 20 Zentimeter höher sind als die umgebende Geländeoberfläche
- Kontrollieren Sie den Abwasserkanal im Haus regelmäßig. Lassen Sie eine Rückstausicherung einbauen
- Sorgen Sie in tiefer liegendem Gelände durch ausreichend breite Abflussmöglichkeiten dafür, dass durch die Terrassentüren kein Wasser in das Haus eindringen kann.
- Ebenerdige Terrassentüren müssen dicht sein und zusammen mit den Fensterelementen dem Wasserdruck standhalten können
- Stocken Sie Lichtschächte mindestens 15 Zentimeter über Geländeoberkante auf
- Wenn sich Dachrinnen oberhalb von Lichtschächten befinden, decken Sie diese zusätzlich ab, so dass kein Schwallwasser vom Dach in den Lichtschacht dringen kann
- Bringen Sie im Inneren des Gebäudes an der tiefsten Stelle jeweils in der Nähe von Eingängen einen Pumpensumpf und Tauchpumpen an, am besten in Verbindung mit einem Notstromaggregat
- Überprüfen Sie die Lage des Gebäudes. Bereits leichte Hanglagen, die auf das Haus zuführen, können zu massivem Wassereinfall führen
- Kontrollieren Sie Zufahrten von der Straße in tiefer liegende Garagen. Sie sind das Einfallstor von Sturzfluten, die von Straßen herkommen. Schwellen können hier helfen
- Achten Sie bei Kellertreppen oder Zugängen zu Souterrainwohnungen darauf, dass Schwellen eingebaut werden. Diese sollten ebenfalls 15 Zentimeter hoch sein. Sichern Sie auch Treppenwangen gegen Sturzfluten
Bürgerversammlung 28.09.2023
Hier finden Sie die Präsentationsunterlagen von der Bürgerversammlung am 28.09.2023 für die Gemeinde Eching:
Bürgerversammlung 11.07.2024
Hier finden Sie die Präsentationsunterlagen von der Bürgerversammlung am 11.07.2024 für die Gemeinde Eching:
